Die Überfischung der
Weltmeere
Mein Besuch des Films „Die unbequeme Wahrheit über die Ozeane“ hat mich wieder bewegt einige Informationen über das Thema zusammenzustellen, um noch mehr Menschen aufmerksam zu machen, auf die Wichtigkeit eines nachhaltigen Konsums. Denn es ist 5 vor 12.
Zwei Jahre ist es nun her, dass ich für die
Organisation Firmm als Volontärin gearbeitet habe. Die Aufgaben dort haben
meine Liebe zum Meer nur noch verstärkt und mir viele Probleme in Bezug auf
Ausbeutung und Umweltverschmutzung bewußt gemacht.
Firmm (foundation for information and research on marine mammals) ist eine Organisation zum Schutz der Meeressäugern in Spanien der Schweiz und Marroko. Sie betreiben Forschung und setzen sich aktiv für die Meeresbewohner ein. So konnten sie beispielsweise erreichen, dass Dank ihrer Forschung am Brennpunkt Straße von Gibraltar im Februar 2007 vom spanischen Umweltministerium ein Tempolimit für die Meerenge beschlossen wurde.
Fisch aus nachhaltigen
Fangmethoden
Besonders zu achten ist beim Kauf von
Fisch auf die Fangmethode und den Erdteil in dem gefischt wurde. Bei
Überprüfung von Fangquoten weltweit, gerieten vor allem asiatische Länder in
den Fokus, die extrem niedrigere Fangmengen angeben, als sie tatsächlich
fischen. Aber auch Europäer verschließen die Augen und ignorieren die Verstöße
gegen die festgelegten Fangmengen im Mittelmeer, in dem sie einfach garnicht
überprüft werden.
Treibnetze
bestehen aus einem senkrecht schwimmenden, rechteckigen
Netztuch. Ihre Ausmaße sind sehr unterschiedlich, von 26 Metern Länge beim
Heringsfang bis zu über 100 Kilometern. Treibnetze sind wegen ihrer horrenden Beifangraten weltweit
geächtet und werden vorrangig von illegal operierenden Piratenfischern
eingesetzt. Nach Schätzungen von Greenpeace waren 2006 allein im Mittelmeer
noch 400 bis 500 Treibnetzfischer unterwegs, die mit über 20 Kilometer langen
Netzen insbesondere nach Rotem Thun und Schwertfisch fischen. Leider gehen
gerade bei dieser Methode viele Delfine und kleiner Wale mit ins Netz und somit
in den Tod.

Beim Einsatz von sogenannten Schleppnetzen, wird in Tiefen von wenigen hundert bis zu 4.000 Meter der
gesamte Meeresboden sozusagen gepflückt. Das heißt auch das es viel Beifang,
wie Koralenfische, ganze Korallen, Quallen etc. gibt. Sie
besitzen seitliche Scherbretter aus Holz oder Stahl, durch die ein großer
Bereich des Meeresbodens umgepflügt und dabei - teilweise unwiederbringlich
(Kaltwasserkorallenriffe) - zerstört wird. Diese Fischereiform führt zu
massiven Schäden an Sandbänken und Riffen. Riffe, die 5.000 Jahre zum Wachsen
gebraucht haben, werden innerhalb weniger Minuten vollständig vernichtet.
Außerdem wirbeln die Netze aus Stahl riesige Staubwolken vom Meeresboden auf,
wo durch viel Leben erstickt wird.
Wenn auch nicht perfekt, aber ein Anfang und in die richtige Richtung und eine Hilfe sind die Siegel die für nachhaltigen
Fischfang und Aquakulturen.

Bio-Fisch mit diesem Siegel entstammt
ökologischen Aquakulturen, in denen die Zucht nach strengen Richtlinien
erfolgt. Phaffia-Hefen zur Farbgebung werden nicht als Futtermittel eingesetzt.
Natürliches Verhalten und artgerechte Nahrungsaufnahme müssen ermöglicht sein.
maximale Besatzdichte: 10kg Fisch pro m³, bei Garnelen maximal 10 000 Garnelen
pro ha Wasserfläche. Wasserqualität muss regelmäßig dahingehend überprüft
werden, ob die die natürlichen Bedürfnisse der Tierarten erfüllt sind. Fisch
oder Fischmehl im Futter muss Fischfang entstammen, der für den Menschen
bestimmt war. Naturheilverfahren sind im Krankheitsfall der konventionellen
Tiermedizin vorzuziehen. Kontrollorganisationen überwachen die Einhaltung aller
Richtlinien.
Mehr Informationen zum Siegel findet ihr unter:
http://www.deutschesee.de/umwelt/
Marine Stewardship Council
Der Marine Stewardship Council (MSC) hat es sich
zur Aufgabe gemacht, Fischbestände weltweit zu sichern. Der MSC setzt sich in
der Öffentlichkeit für die umweltfreundlichste Wahl bei Fisch und
Meeresfrüchten ein. Ziel ist der Erhalt des Ökosystems Meer sowie Erhalt und
Wiederherstellung der marinen Fischbestände.
Der MSC-Standard ist eine international
anerkannte Sammlung von Umweltprinzipien, die eine messbare Bewertung von
Fischereibetrieben in Bezug auf gutes und nachhaltiges Management erlaubt.
Mehr Informationen findet ihr unter:
Delfinsicherer Thunfischfang
Das ISO-zertifizierte internationale
Kontrollprogramm für delfinsicheren Thunfisch wurde Anfang der 90'er Jahre vom
amerikanischen Earth Island Institute (EII) ins Leben gerufen, um den
millionenfachen Mord an Delfinen zu stoppen, die beim Thunfischfang als Beifang
ums Leben kommen.
Einkauf konkret
Bei vielen Fischprodukten im Supermarkt
ist mittlerweile die Fangmethode angegeben. Weiterhin gibt es oft die
Möglichkeit durch eine Nummer auf der Packung das genaue Fanggebiet sowie die
Fischerei via Internet zu ermitteln. Greenpeace hat zur Verbraucherhilfe einen
Artikel über Supermärkte im Discountbereich, sowie einen Fischratgeber zusammengestellt,
der unter folgendem Link bereit steht > http://bln.io/KSNNas
Die Informationen von Firmm möchte ich hier ebenfalls einbringen, um
nachhaltigen Fischkonsum zu fördern.
Welcher FiScH DARF noch auf den Tisch?
IN ORDNUNG
• Hering (allerdings nicht aus der Ostsee)
• Seelachs/Koehler/Pollack (allerdings
nicht aus der Arktis und kein „Alaska-Seelachs“)
• Makrele
• Tintenfisch/Kalmare
(keine Krake)
• Pangasius (jedoch nur
tiefgekühlt, da frischer Pangasius per Luftfracht nach Europa kommt)
• Pazifischer Wildlachs mit
MSC-Siegel (Marine Stewardship Council)
• Karpfen
• bedingt Zuchtforelle/Regenbogenforelle/Lachsforelle (aus
nachhaltiger Öko-Aquakultur ok)
HÄNDE WEG
• Sämtlicher Zuchtlachs (egal ob aus
Norwegen, Schottland oder Kanada)
• Atlantischer
Wildlachs
• alle Arten Thunfisch/Bonito/Schwertfisch
• Kabeljau/Dorsch
• Seehecht • Rotbarsch
• Viktoriabarsch
• Dorade
• Shrimps/Scampi/Kaisergranat
• Nordseegarnele
• Scholle
• Seezunge
• Schellfisch
• Sardine
• Dornhai/insgesamt alle Haiarten
• Heilbutt
• Leng/insgesamt alle Tiefseefische
• Aal
• Zuchtforelle/Regenbogenforelle/Lachsforelle
(aus Netzfarmen)
Pinnwand
Hier nochmal aktuell gefunden: https://service.greenpeace.de/...Gesamtuebersicht.jpg